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Mergelgrube Hannover-Misburg

Mergelgrube Misburg Hannover Google EarthDas tolle Wetter am Wochenende musste ausgenutzt werden. Nachdem ich die ganze Woche im Bett verbracht habe, da ein toller Virus meinte, auch mich zu befallen, musste die Sonne ausgenutzt werden. Das Ziel war ein EarthCache in Hannover Misburg. Genauer gesagt zog es OceanSea und mich zum stillgelegten Mergelbruch HPC I „GC16E6Y Mergelgrube Misburg„. Das HPC steht für „Hannoverschen Portland Cementfabrik“.

Die Grube ist bekannt geworden durch den Abbau von Mergel in der Zeit, als Zement immer mehr genutzt wurde. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde hier der Kalkmergel abgebaut für die Herstellung von Zement. Direkt neben der Grube befindet sich auch heute noch die Zementindustrie Hannover mit dem Werk Teutonia. Der Mergelabbau wurde vor ungefähr 45 Jahren eingestellt. Die ca. 100 Jahre alte Grube ist ca. 30 bis 40 Meter tief und hat einen Durchmesser von 430 Metern.

EarthCache Hannover Misburg Mergelgrube MisburgIn der Kreidezeit befand sich hier ein Kreidemeer, das vor bis zu 80 Millionen Jahren austrocknete. Die Überreste der Urzeitiere, wie diverse Fische und Tintenfische, Haie und weitere Meeresbewohner, haben sich dann abgelagert und bildeten mit den Jahren die Vorkommen des Mergels. Durch die stetige Ablagerung von Kalkschlamm und den Einschlüssen von Tieren, werden heute noch Spuren von diesen Tieren in der Grube gefunden. Laut EarthCache-Listing lassen sich die unterschiedlichen Farben der Mergelschichten mit einem höheren Tonanteil erklären: „die dunkleren haben einen höheren Tonanteil, die helleren enthalten mehr Kalk.“ (Cacherschmiede Linden April 2007)
Das Gebiet ist auch als „Seckbruch“ bekannt und erstreckt sich von Hannover Kirchrode bis zu den Autobahnen A2 und A7.

Quarteragent EarthCache Hannover Misburg Mergelgrube MisburgBereits vor dem Abbau war der Seckbruch ein einzigartiges Biotop, das von staunassen Böden gekennzeichnet war und ein einen Lebensraum für Flora und Fauna bot. Nach der Zeit des Mergelabbaus in Hannover Misburg, eroberte die Natur sich ihr Gebiet zurück und die Mergelgrube steht heute unter Naturschutz und beherbergt 177 unterschiedliche Pflanzenarten, wovon, so die Stadt Hannover, 45 Stück auf der gefährdeten Liste stehen. Damit dieser Lebensraum erhalten bleibt, wird auch heute noch das aufsteigende Grundwasser aus der Grube gepumpt. Ziel ist es, die natürlichen Kalkniedermoore und Gewässer, wie vor dem Abbau, zu erhalten und zu schützen. Im Gegensatz zur weiteren Grube der HPC II, die in einigen Jahren durch das Grundwasser geflutet und als Badesee fungieren wird.

Erstaunlich, was sich alles in einem vermeintlichen Industriegebiet versteckt. Das Luftbild ließ gar nicht erahnen, was wir dort gefunden haben. Da der EarthCache direkt an einer Ausguckplattform liegt, kann man von dort diesen riesigen Bereich anschauen und staunen.

EarthCaches sind immer etwas ganz Besonderes! Wir sagen Danke für das Herführen und Zeigen!

In dem Sinne 🙂

Update:

Veröffentlicht in: Natur

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