Hügelgräberfeld Osterholz

Hügelgräber OsterholzZwischen den Jahren bin ich etwas unterwegs, wandere etwas durch den Landkreis Hildesheim und sammel den einen oder anderen Cache ein. In einem kleinen Waldstück zwischen Betheln und Heyersum liegt etwas ganz besonderes. Schon oft bin ich diese Straße in Richtung Hildesheim gefahren und habe mich gefragt, was denn dort zu sehen ist. Ein kleines grünes Schild an einem Parkplatz verrät das Geheimnis des kleinen Waldstücks: „Hügelgräber„. Als Kind war mir das immer recht egal, man sieht da ja eh nichts, man weiß nur, dass da mal Gräber waren.

Doch gestern habe ich mir die Gegend etwas genauer angeschaut. Durch den Cache „GC4VPJ4 Mitten im Osterholz“ habe ich auf dem Parkplatz gehalten und bin in den Wald spaziert. Dank einer Informationstafel wurde ich gleich genau aufgeklärt und die Erhebungen wurden sichtbar.

Was sind Hügelgräber?

HuegelgrabDie Anlegung der Hügelgräber geschah in der Bronzezeit. Die Bevölkerung begrub ihre Toten zum Teil in Baumsärgen, ähnlich wie in den heutigen Särgen, und vergruben sie in kleinen Erdanhäufungen. Eine Brandbestattung war allerdings in einigen Regionen ebenfalls schon üblich.

Um diese kleinen Hügel wurden Steine gelegt bzw. ein kleiner rundlicher Graben ausgehoben. Auf dem obersten Punkt des Hügels wurden teilweise Steinverzierungen vorgenommen. Diese Verzierungen sollten die „Totenbezirke“ kennzeichnen. Zwar wurde immer nur eine Tote / ein Toter in den Grabhügeln bestattet, doch auch Nachbestattungen waren üblich. Die Hügel besaßen bzw. besitzen immer noch einen Durchmesser von zehn und bis zu 30 Metern!

Da nicht alle ein solches monumentales Grab bekamen, muss man davon ausgehen, dass nur höherangesehene Menschen eine solche Grabstätte und Grabbeigaben erhielten. Oftmals lagen diesen Gräbern noch einige Grabbeigaben bei. Hierzu zählen vor allem Schmuck und Waffen. Die rangniedrigere Bevölkerung bekam nur Grabhügel mit einer geringen Höhe und auch die Beigaben fielen kleiner aus.

Hünengräber oder Hügelgräber?

Baumsarg Hügelgräber

Rechte: Römisch-Germanisches Zentralmuseum, Mainz, Deutschland. Fotografiert: Bullenwächter

Sind Hünengräber nur für Hünen? Wo liegt hier der Unterschied? Eigentlich gibt es keinen. Auch wenn man im ersten Moment denken könnte, dass Hünengräber nur für Hünen, also für sehr große Menschen (Riesen) oder besonders athletische Menschen waren. Doch die Bezeichnung bezieht sich schon auf die Größe, denn das Wort Hüne bedeutet nichts anderes als groß bzw. riesig. Somit bezeichnet der Name Hünengräber nur große bzw. riesen Gräber. Ansonsten stellen Hünengräber und Hügelgräber die selbe Bestattungsart dar.

Hügelgräberfeld Osterholz

Über das Hügelgräberfeld Osterholz liegen keine archäologischen Untersuchungen vor, allerdings schätzt man die Anlegung auf ca. 1600 bis 1200 Jahre vor unserer Zeitrechnung. Das lokale Salzvorkommen im Bereich des Hildesheimer Waldes war wahrscheinlich der Grund für die Ansiedlung der bronzezeitlichen Bevölkerung in dieser Region. Salz galt in dieser Zeit als ein sehr wertvoller Rohstoff. Die Infotafel berichtet auch, dass zwar in der Bronzezeit der Fortschritt der Legierungen aus Kupfer und Zinn hervorkam, allerdings diese Rohstoffe durch den langen Transport von den Alpen zu teuer wurden. Deshalb wurde auch in späterer Zeit noch Steinwerkzeuge, wie Beile und Dolche, verwandt. Auf der Karte wurden im Bereich des Osterholzes über 17 Hügelgräber eingezeichnet.

Wieder einmal liegt ein spannendes, historisches Thema direkt vor der Haustür! Entdecke dein Zuhause! Gehe Geocachen!

In dem Sinne 🙂

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