In Südniedersachsen tritt die halokinetsiche Bewegung, bzw. die Halokinese, öfters auf. In einigen Blogeinträgen habe ich schon von diesem Vorkommen berichtet. Diese Salzbewegungen, ausgelöst durch die Schwerkraft, können sehr steile Aufbiegungen der übereinander gelagerten Schichten hervorrufen.

Halokinetsiche Bewegung Salzschicht Salzkissen Salzdiapir SalzsattelZu Beginn der halokinetsiche Bewegung befindet sich zum Ende des Muschelkalks eine Salzschicht unterhalb der Erdoberfläche, die überlagert ist von einer Sedimentschicht. Damit der Bewegungsprozess anläuft, ist diese instabile Deckschicht notwendig. Durch eine stetige Veränderung des vorherrschenden Drucks, hervorgerufen durch beispielsweise der Anhebungen bzw. der Absenkungen und der Verformung des Untergrundes, können sich diese Salzschicht deformieren. Durch diese Deformierungen und dem herrschenden Druck, beginnt die Salzschicht sich zu bewegen, zu fließen. Je tiefe diese Salzschicht liegt, bzw. sie überlagert wird, desto fließfähiger sind die Salzgesteine. Die halokinetsiche Bewegung lässt die Salze in einer Geschwindigkeit  zwischen 0,1 Millimeter bis 0,5 Millimeter pro Jahr fließen.

Sobald das Salz sich in Bewegung setzt, entstehen Bereiche, aus denen das Salz abwandert. Diese werden mit den umliegenden Sedimenten der vorhandenen Deckschicht verfüllt.
In der „primären Randsenke“ entstehen sogenannte Salzkissen. Die Salzkissen sind kleine Erhebungen der Salzschicht, wie in der zweiten Abbildung von oben zu erkennen.

Bei der späteren „sekundären Randsenke“, entstehen „Diapire“. Das sind aufgestiegene Salzstöcke, die die überliegenden Schichten durchbrochen haben und sich ausdehnen.
Teilweise sind die Ausbreitungen dieser Salzkissen nur schwer auszumachen. Salzdiapire dagegen sind bereits Anzeichen für ein großes Salzvorkommen.

Sackmulde Halokinetsiche Bewegung Quarteragent Google MapsWie am Beispiel des Hildesheimer Waldes kann es bei einer stetigen Ausdehnung und dem Anstieg der Salzstöcke zu einem Salzsattel führen. Heute für uns ist das an dem Berg zu erkennen. Durch diese halokinetsiche Bewegung kann es neben der Anhebung der Erdoberfläche auch zu einer Absenkung kommen. Da sich die Salzschicht von ihrem ursprünglichen Bereich entfernt, verfüllt sich der Hohlraum mit Sedimenten der überliegenden Deckschicht. Die Oberfläche sackt ab und es entsteht eine Vertiefung, eine Synklinale.

Im Landkreis Hildesheim ist eine solche Vertiefung bei den Sieben Bergen zu erkennen. Entlang der Erhöhung ist in der Mitte eine 20 Kilometer lange und an der breitesten Stelle bis zu sechs Kilometer breite Mulde zwischen den Salzsatteln entstanden, die sogenannte Sackmulde, benannt nach dem in der Vertiefung liegenden Stadtteil Alfelds Sack.

Auf dem Google Maps Luftbild ist diese Vertiefung gut zu erkennen, die weißen Pfeile verdeutlichen die Mulde.

Die Analyse der Böden nach diesen Salzstöcken erfolgt über die Reflexionsseismik. Durch Erschütterungswellen werden die Reflexionen der Gesteins- und Sedimentschichten gemessen.

Hier gelangt ihr zu meinen Berichten über zwei spannende Earth Caches, die das Thema halokinetsiche Bewegung beinhalten: Sieben Berge, Mathildenhall.