Earth Cache Mathildenhall Entstehung eines Salzsattels

Während meiner Geocaching Tour durch den Hildesheimer Wald kam ich auch an einem interessanten Earth Cache vorbei: „GC3XK33 Entstehung eines Salzsattels.“ Der besondere Cache liegt direkt am Eingang zum Bergwerk-Schacht „Mathildenhall„.

Halokinese GC3XK33 Hildesia MathildenhallDas Listing von Miraculix84 berichtet, dass die Erhebung des Hildesheimer Waldes nicht durch glaziale Veränderung, noch durch zwei aufeinander driftenden Platten entstanden ist. Der Berg ist durch Halokinese gewachsen. Halokinese ist ein Schwerkraftphänomen, dass nur durch die Erdanziehungskraft ausgeübt wird. Durch einen hohen Druck von Gesteinsschichten auf Salzschichten kommt es zu Bewegungen der Salze. Da Salze die Fähigkeit zum Fließen besitzen, kann es zu Verschiebungen, Verdrängungen und auch zum Austreten kommen. Ein solches Austreten von Salzen nennt man Salzsattel. Die Halokinese wird auch Salztektonik genannt.

Die Aufgabe des Earth Caches war es, den Eingang zum Mathildenhall Bergwerkschacht genauer zu untersuchen. Vor Ort befindet sich nur noch eine runde Betonplatte mit einem Gulli in der Mitte und einer kleinen Informationsplatte. Gefragt wurde, wie tief sich der Salzstock von Mathildenhall unterhalb der Betonplatte befindet. Und der Owner hat recht, da kann es einem schon schwindelig werden. Der Schacht befindet sich 990 Meter unterhalb der Füße.

Die zweite Aufgabe war die Erstellung eines Modells der Halokinese. Ich habe für meine Darstellung vier Bücher und einen Stapel Papier genommen.

Das Kaliwerk HildesGeocaching im Hildesheimer Wald Mathildenhall Hildesia Kaliwerkia liegt mitten im Hildesheimer Wald. Die Salzvorkommen haben sich in der Zechsteinzeit gebildet, als das dortige Meerwasser verdunstete. Im Laufe der Zeit bedeckten weitere Gesteinsschichten das Salz. Seit 1894 wurden zur Erkundung des dortigen Gebietes Tiefbohrungen durchgeführt. 1897 begannen dann die Arbeiten am Schacht Hildesia. Eine kleine Bahnstrecke bis zum Ort Dieckholzen beförderte die gewonnenen Mineralien ab. 1912 war dann die vorläufige Endetiefe erreicht: 914 Meter unter der Oberfläche.

Zwei Fördersohlen wurden in 720 und 894 Meter errichtet. Ober Tage entstanden während des Abteufens Betriebsgebäude und Wohngebäude für die Arbeiter. 1908 wurden dann zum ersten Mal die Minerale gefördert. 1913 wurde vom ersten Schacht Hildesia eine Verbindung zum nächsten Schacht „Mathildenhall“ verlegt, damit ein weiterer Ausgang geschaffen werden konnte. Mathildenhall wurde seit 1912 vorbereitet und durch Tiefbohrungen erschlossen. Dieser Schacht erreichte 1926 seine Endtiefe von 990 Meter unterhalb der Oberfläche. Durch wirtschaftliche Krisen und des Ersten Weltkrieges kam es zu ökonomischen Problemen, sodass der Betrieb nur bis 1930 aufrecht gehalten werden konnte und die Schächte als Reserveanlage dienten.

Etwas dreckig aber glücklich beim Earth Cache Mathildenhall Bergwerk im Hildesheimer Wald Geocaching1937 gingen die Schächte Hildesia und Mathildenhall an die deutsche Wehmacht über. Unter deren Macht entstand in den Gruben die Heeresmunitionsanstalt „Heeres-Munitionsanstalt Dieckholzen“. Neben weiteren entstandenen Gebäuden wurde hierfür auch die Bahn reaktiviert. Während des Zweiten Weltkrieges arbeiteten überwiegend Zwangsarbeiter/innen und Kriegsgefangene in der Munitionsanstalt. Die unterirdischen Kammern wurden ausgebaut, sodass die Munition eingelagert werden konnte.

1948 wurde die Anlage dem vorherigen Besitzer, der Wintershall AG, wieder übergeben und seit September 1950 wurde wieder Kalisalz gefördert. Doch Hildesia-Mathildenhall standen im deutschlandweiten Vergleich klein da, sodass schon neun Jahre später die Förderung, aus ökonomischen Gründen, eingestellt wurde, allerdings galten sie weiterhin als Reserveanlange für zukünftige Versorgungen. 1992 wurde das Bergwerk stillgelegt. 1997 wurde Mathildenhall verfüllt und bis 2003 wurde auch Hildesias Flutung abgeschlossen.

Ich hatte schon lange von dem Munitionsanlagen Hildesia-Mathildenhall gewusst und wollte diesen Ort schon früher besuchen. Umso mehr freute ich mich, heute auf diesen Ort zu stoßen und anschließend mehr über die Geschichte zu erfahren. Toll, dass Geocaches und vor allem Earth Caches die Menschen zu besonderen, beeindruckenden, interessanten oder auch traurigen Orten führen, die eine bestimmte Geschichte erzählen. Und es gibt viele in jeder Umgebung. Wir müssen den Orten nur zuhören.

In dem Sinne 🙂

 

Quellen: Erzählungen, Wiki

 

 

Veröffentlicht in: Geocaching, Information

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